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 Sudoku Forum » Wissenswertes » nice loops » Threadansicht

Autor Thread - Seiten: -1-
000
21.01.2009, 19:58 Uhr
surbier



Hallo KODELA

Ich wollte was zu nice loops sagen.
nice loops ist ein Oberbegriff, unter dem
einige Sudoku Loesungsmethoden zusammengefasst sind,
die alle dem gleichen Prinzip folgen.
Dazu gehoeren x-cycles und x-xycles mit Gruppen,
AICs, AICs mit Gruppen und AICs mit ALS.
Weiterhin kann man einige Fluegel wie x-wing,
xy-wing und s.w. als nice loop auffassen.

Hier ein Beispiel:



Die nice loop rule 1 lautet:

In einer continuous nice loop, also in einer geschlossenen Kette mit
einer gerader Anzahl von Knoten und abwechselnden starken und
schwachen Links, kann man alle Kandidaten, die sich in den
Einheiten der schwachen Links befinden aber nicht Teil der Kette sind
streichen.

Die Regel kennst du bestimmt, und ich habe dich so verstanden, dass
du die Regel nachvollziehen wolltest.

Betrachtet man die markierten Zeilen, in denen die 6 nur zweimal steht,
sieht man:
In Zeile B hat man fuer die 6 nur zwei Moeglichkeiten, entweder links
in B3 oder rechts in B4. Wenn nun die 6 in B3, dann nirgendwo sonst
in Spalte 3, deshalb steht die 6 in E6 (und nicht in E3). Die 6 in E3
bedeutet fuer Zeile F: 6 in
Spalte 9 usw. bis wieder: dann 6 in B3 (dem Ausganspunkt).
Geht man nun vom anderen Fall aus: 6 in B4,
dann muss die in Zeile C in Spalte 9 stehen usw usw.

Zusammenfassend kann man sagen: die geschlossenen Kette, von der jedes
zweite Glied eine Einheit (Zeile/Spalte/Block) mit nur zwei Kandidaten
ist, hat insgesammt nur zwei moegliche Loesungen. Welche das letztendlich
ist wissen wir nicht. Fuer Spalte 9 wissen wir dass die 6 entweder in C
oder F steht. Deshalb kann man die anderen 6er in Spalte 9 streichen.
Mit dem selben Argument kann man alle uebrigen 6er in Spalte 3 und in
Block 2 (da sind schon keine mehr) und in Block 5 (ebenso) streichen.

Man kann das dann so schreiben:

6[23]=6[24]-6[34]=6[39]-6[69]=6[65]-6[56]=6[53]-6[23]

Zwei weitere Eigenschaften dieser geschlossenen Kette sind:
- Es gibt kein ausgezeichnetes Start- oder Endfeld.
- Die Argumentationskette gilt in beide Richtungen.

In diesen Sinne ist ein x-wing die kurzeste und einfachste nice loop:


Quellcode:
Fig 2

   S1 S2 S3  S4 S5 S6  S7 S8 S9

Z1  . -1  . | .  .  . | .  .  .

Z2  . -1  . | .  .  . | .  .  .

Z3  1  .  . | .  1  . | .  1  .

    --------+---------+--------

Z4  .  1B . | .  . 1A | .  .  .

Z5  .  .  . | .  . .  | .  .  .

Z6  .  .  1 | 1  . -1 | .  1  .

    --------+---------+--------

Z7  .  1a . | .  . 1b | .  .  .

Z8  .  .  1 | .  .  . | .  1  .

Z9  . -1  . | 1  1  . | .  .  .


Hier mit Zeile 4 und Zeile 7 als Definitions Set (die 2 Zeilen in denen die
1 nur zweimal steht) und Spalte 2 und Spalte 6 als Analyse Set (die zwei
Spalten, in denen man streichen kann). Normalerweise macht man sich x-wing
ohne grosse Argumente einfach durch Ausprobieren klar. Steht die 1 in
Zeile 7 bei a, kann sie nicht in b stehen. Fuer Zeile 4 bleibt dann nur
noch A uebrig. Ebenso, steht die 1 nicht in a, muss sie in b und B stehen
und steht nicht in A. Daraus folgt, dass die 1 in Spalte 6 entweder
in A oder b steht, alle uebrigen 1er in Spalte 6 sind ueberfluessig und
koennen gestrichen werden. Ebenso alle uebrigen 1er Spalte 2
(also nicht die in a,A, b oder B).

Das ist ein alter Hut. In der nice-loop Sichtweise sieht der
x-wing so aus:



Quellcode:
Fig 3

   B====starker Link====A
   |                    |
   |                    |
   |                    |
schwacher           schwacher
  Link                Link
   |                    |
   |                    |
   |                    |
   a====starker Link====b



'schwacher Link' ist hier nur ein anderes Wort fuer: In der Spalte steht
die 1 mindestens drei mal. 'starker Link' ist nur eine anderer Begriff
fuer: In der Zeile steht die 1 ausschliesslich in a oder in b. Steht
die 1 in a, kann sie nicht in B stehen, muss deshalb in A stehn, kann
deshalb nicht in b stehen, muss deshalb in a stehn, kann deshalb nicht in
B stehen ... Umgekehrt, steht die 1 in b, kann sie nicht in A stehen,
muss also in B stehen, kann deshalb nicht in a stehn, muss deshalb in b
stehen ... In dieser Sichtweise kennt der geschlossene Kreis
auch hier wieder nur zwei
moegliche Loesungen. Welche es letztendlich sein wird wissen wir nicht.
Wir wissen jedoch, dass in diesem Beispiel die 1 entweder in b oder
in A (innerhalb der selben Einheit, hier eine Spalte) stehen. Deshalb
ist fuer moegliche andere Kandidaten in dieser Einheit kein Platz mehr
ist. Wir streichen alle uebrigen 1er. Damit bleiben nur noch zwei 1er
in der Spalte uebrig. Durch die gestrichenen 1er in der Spalte wird
aus dem schwachen Link einen starken Link, denn die Spalte hat ja nur
noch zwei 1er.

Das gilt auch fuer laengere Ketten:



Quellcode:
Fig 4

   B===starker Link===b---schwacher Link---A
   |                                      ||
   |                                      ||
schwacher                               starker
  Link                                   Link
   |                                      ||
   |                                      ||
   c===starker Link===C---schwacher Link---a


kann das selbe logisch Prinzip wie beim x-wing angewendet werden. Es gibt
nur zwei moegliche Loesungen, entweder steht der Kandidat in A und in B
und in C oder in a, in b und in c. Entweder am vorderen Ende der starken
Glieder (ABC) oder an den hinteren Enden der starken Glieder (abc).
Warum ? Steht die 1 in B, kann sie nicht in b stehen, weil B und b bereits
die einzigen beiden Kandidaten in einer Einheit (Zeile/Spalt/Block) sind.
Sie kann auch nicht in c stehen, deshalb muss sie in C stehen usw.

Wichtig ist, dass die Kette der Schlussfolgerunen geschlossen ist, sonst
funktionert's nicht. Auch kann man hier wieder alle Kandidaten, die in
der Einheit des schwachen Links stehen, aber noch Teil der Kette sind
streichen. Damit macht man aus den schwachen Links wieder starke Links.

Fuer die Schlussfolgerung reicht es aus, dass nur jede zweite Verbindung
stark ist. Sind die Zwischenglieder schwach (z.B. C-a), kann man
Kandidaten streichen; sind die Zwischenglieder stark, sind bereits alle
moeglichen Kandidaten in der Einheit des Zwischengliedes gestrichen.

Das war jetzt eine Erklaerung fuer continuous x-cycle,
also fuer eine Kette mit einer geraden Anzahl von Gliedern (continuous)
mit nur einem Kandidaten (6-cycle).
Wenn man nun eine ungerade Anzahl von
Gliedern hat (discontinuous) gibt es nun zwei Varianten:
entweder treffen an einer Stelle zwei schwache Links oder zwei starke
Links aufeinander. Das kannst du selbst ausprobieren ..

Gruss surbier
Dieser Post wurde am 30.01.2009 um 11:06 Uhr von surbier editiert.

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001
21.01.2009, 21:17 Uhr
surbier



Ein paar Schritte vorher sah das sudoku so aus:


Quellcode:
.
+-----------------------------+-----------------------------+-----------------------------+
| 128      68        >3<      |  >4<     29        >7<      | 169      156      156       |
|  >9<      >5<     16        | 16        >8<      >3<      |  >4<      >7<      >2<      |
| 12        >7<      >4<      | 16        >5<     29        |  >8<      >3<     169       |
+-----------------------------+-----------------------------+-----------------------------+
| 13       36       169       |  >2<      >4<      >8<      |  >7<     56       569       |
|  >5<      >2<     69        |  >7<      >1<     69        |  >3<      >4<      >8<      |
|  >7<      >4<      >8<      |  >3<     69        >5<      | 169       >2<     16        |
+-----------------------------+-----------------------------+-----------------------------+
| 38       38        >7<      |  >9<     26       126       |  >5<     16        >4<      |
|  >4<      >9<      >2<      |  >5<      >3<     16        | 16        >8<      >7<      |
|  >6<      >1<      >5<      |  >8<      >7<      >4<      |  >2<      >9<      >3<      |
+-----------------------------+-----------------------------+-----------------------------+

und da sieht man eine geschlossen Kette mit einer ungeraden Anzahl von Knoten, ein discontinuous 6-cycle :

6[67]-6[87]=6[86]-6[56]=6[65]-6[67]

Die nice loop rule 2 lautet:

In einer discountinuous nice loop, also in einer geschlossenen Kette mit ungerader Knotenanzahl und abwechselnden starken und schwachen Gliedern gilt:
Ist ein Knoten durch zwei starke Links verbunden, kann der
Kandidat gesetzt werden.

Dazu habe ich jetzt kein Beispiel, aber es ist leicht einzusehen, dass
egal welche der beiden Loesungen die Kette letztendlich einnimmt,
der Kandidat in der Zelle mit zwei starken Links ist in jedem Fall wahr.

Wenn ich gerade dabei bin, kan ich noch schnell die nice loop rule 3
aufsagen:

In einer discountinuous nice loop, also in einer geschlossenen Kette mit
ungerader Knotenanzahl und abwechselnden starken und schwachen Gliedern gilt:
Ist ein Knoten durch zwei schwache Links verbunden, kann der
Kandidat gestrichen werden.

Der Grund ist wieder, dass die Kette zwei Loesungen hat.
In beiden Faellen sieht die 6 in Z6S7 eine 6 der nice loop.

Gruss, surbier
Dieser Post wurde am 30.01.2009 um 21:44 Uhr von surbier editiert.

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002
23.01.2009, 16:28 Uhr
surbier



Um das Ganze noch abzurunden wollte ich noch kurz was zu den starken
und schwachen Links sagen (haette eigentlich zuerst sagen koennen):

Egal wie oft eine Ziffer als Kandidat in einer Einheit (Z,S,B) steht,
kann er am Schluss nur einmal gesetzt werden.

Steht der Kandidat mehr als zweimal, z.B. in A, B, C und D, gibt es
grundsaetzlich fuer jeden (hier jetzt nur mal A) zwei logisch Aussagen:

A ist wahr : daraus folgt B ist falsch und C ist falsch und D ist falsch
A is falsch: daraus folgt fuer B, C und D garnichts, deshalb lassen wir's

Hier gibt's also nur eine Auusage.
Die erste Aussage heisst im Sudoku Jargon weak inference, was soviel
wie schwache Folgerung, schacher Rueckschluss, schwache Konsequenz
oder schwaches Argument heisst. Und die Situation/Stellung (mehr als 2
Kandidaten in einer Einheit) nennt man einen weak Link, schwaches Glied.

Steht der Kandidat genau zweimal, z.B. in A, B gibt es diesmal
zwei logisch Aussagen:

A ist wahr : daraus folgt B ist falsch
A is falsch: daraus folgt B ist wahr

Die erste Ausage ist wieder die weak inference. Beide Aussagen zusammen
nennt man strong inference und die Situation (genau 2 Kandidaten in einer
Einheit) einen strong Link, starkes Glied. Das heisst das schwaches Glied
besitzt nur die schwache Folgerung. Das starke Glied besitzt ebenfalls
die schwache Folgerung und auch die starke Folgerung. Daher kommt die
saloppe Formulierung 'string links can have weak inferences', starke
Glieder koennen schwache Rueckschluesse zeigen.

Wenn man also in der alternierenden Kette mit gerader Gliederanzahl
anstatt eines schwachen Gliedes ein starkes einsetzt, weil gerade kein
anderes da ist, benutzt die nice loop nur das schwache Argument des
starken Gliedes. In der Praxis bedeutet dies, steht in der nice loop ein
starker Link wo eigentlich nur sein schwacher Rueckschluss gebraucht wird,
sind bereits alle moeglichen Kandidaten in dieser Einheit gestrichen. Denn
hat man alle Kandidaten gestrichen, bleibt eine Kette mit nur starken
Links uebrig.

Fuer die Ketten mit ungerader Gliederanzahl hat der Einsatz eines starken
Gliedes, an den Stellen, wo nur sein schwacher Ruckschluss gebraucht
wird keine Auswirkung.

KODELA, wo ist versprochene Lorbeerkranz ?
Dieser Post wurde am 23.01.2009 um 18:45 Uhr von surbier editiert.

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003
23.01.2009, 18:31 Uhr
KODELA



Hallo surbier,

warte bitte noch en Weilchen, ich war in den letzten Tagen nicht so recht bei der Sache und muss mir Deine umfangreichen Erklärungen zu Gemüte führen, das geht über das Wochenende wieder nicht, aber dann wird mit dem Studium begonnen.

Aber dann werde ich Dir den Lorbeerkranz sicher aufsetzen, symbolisch, versteht sich.

Einstweilen aber schon vielen Dank für die Mühe, die Du Dir gemacht hast, damit auch andere hinter die Geheimnisse von "nice loops" kommen.

Mit freundlichen Grüßen,

Konrad (KODELA)

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004
23.01.2009, 22:11 Uhr
KODELA



Hallo surbier,

jetzt habe ich mir einmal Deinen ersten Beitrag vom 21.01.2009, 19:5, angesehen.
Punkt 1: Du gehst davon aus, dass ich die Regel kenne. Nein, ich habe zwar schon einiges
über die nice loops gelesen, leider zum Teil auch widersprüchliches, so dass ich von mir
nicht sagen möchte, die Regel wirklich zu kennen. Wo gibt es eine solche unmissverständliche
Regel?
Punkt 2: Was Du hier zu dem Beispiel sagst, kann ich sicherlich nachvollziehen, soweit es um
die gegenseitigen Abhängigkeiten des Kandidaten 6 geht und damit auch die Ausschlussmöglichkeiten
der 6 in A9 und D9. Das ist aber auch durch zwei simple empty rectangles zu erreichen, dazu
brauche ich keine nice loops. Du wirst sagen, dass dieses Beispiel ja nur Demonstrationszwecken
dient. Ok, aber wo ist dann hier eine nice loop? Wie baust Du hier die geschlossene Kette
mit einer geraden Anzahl von Knoten und abwechselnd strong und weak-links auf?

Vielleicht antworte ich hier ja etwas zu spontan, vielleicht hätte ich erst etwas weiter lesen
sollen. Aber für den Anfang hat mir das noch nicht sehr geholfen.

Ich werde es jedenfalls weiter versuchen, Deinen Ausführungen zu folgen.

Mit freundlichem Gruß

Konrad (KODELA)
Dieser Post wurde am 23.01.2009 um 22:18 Uhr von KODELA editiert.

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005
25.01.2009, 19:02 Uhr
KODELA



Hallo surbier,

noch eine Frage: Hast Du Dir im neuesten Programm von Günter Meinel (Vers. 4.4.0) Deine Aufgabe
einmal angesehen? Nach all dem, was Du hier erklärst, habe ich den Eindruck, dass Du das noch
nicht gemacht hast. Was hier gezeigt wird, ist eigentlich das, was ich nicht mehr verstehe.
Dafür würde mich eine nachvollziehbare Erklärung sehr interessieren.

Mit freundlichem Gruß

Konrad (KODELA)

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006
27.01.2009, 18:50 Uhr
surbier



Hi KODELA,


Zitat:
Wo gibt es eine solche unmissverständliche Regel?

In Andrew's Buch oder im Internet.


Zitat:
Wie baust Du hier die geschlossene Kette mit einer geraden Anzahl von Knoten und abwechselnd strong und weak-links auf?

Ich habe lange nach diesem Beispiel gesucht, denn die
diese Schleifen mit gerader Knotenanzahl sind extrem selten.
Ausserdem habe ich geschaut, dass das Beispiel keine einfacheren
Methoden beinhaltet. Die Variante, die ich hier gezeigt habe,
(continuous x-cycle) ist die einfachste der nice loops
und man kann damit das Gleiche tun wie mit empty rectangle und mit
multi-coloring. In sofern geht es bei diesem Beispiel mehr umd das Prinzip.

Also die rosa/pink Linien sind die starken Links und die blauen Linein sind die schwachen Links:



Und die beiden grauen Bloecke und die beiden grauen Spalten sind die beiden Einheiten (Zeile oder Spalte oder Block) in denen die schwachen Links liegen. In diesen geuaen Bereichen darf man alle 6er streichen, solange sie nicht Teil der Kette sind:



In den beiden grauen Bloecken stehen leider keine weiteren 6er, Pech,
aber man koennte sie streichen, wenn welche da waeren

kyriakos Programm habe ich zueltzt nochmal heruntergeladen und war erstaunt, wie viele neuen Methoden das Programm nun hat.


Zitat:
Was hier gezeigt wird, ist eigentlich das, was ich nicht mehr verstehe.

Das ist zu wage. Ich bin gerne bereit einige Punkte vielleicht andern zu umschreiben, aber bei dem Punkt an dem es hapert musst du etwas praeziser sein.

Gruss, surbier
Dieser Post wurde am 27.01.2009 um 19:02 Uhr von surbier editiert.

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007
27.01.2009, 22:22 Uhr
KODELA



Hallo surbier,

vielen Dank für Dein Bemühen. Was Du hier zeigst, ist schon klar. Du verwendest auch
in Spalte 4 und im Block 5 starke Links als schwache. Das ist schon einmal ein gutes Beispiel.

Aber nochmals die Frage:
Hast Du Dir im neuesten Programm von Günter Meinel (Vers. 4.4.0) Deine Aufgabe
einmal angesehen?

Für die letzten Stellung Deiner Aufgabe, hm, sie ist ja von Lothar, zeigt der "Sudoku Löser"
von Günter Meinel eine Ausschlusskette, die sich nicht auf einen Kandidaten beschränkt.

Hier wird eine relativ komplexe Ausschlusskette gebildet. Wie die genau funktioniert,
kann man zwar einigermaßen mühsam nachvollziehen, aber selbst darum geht es mir
nicht unbedingt.

Ja um was denn dann, wirst Du fragen. Ich wiederhole deshalb meine Frage noch einmal:

"Kannst Du diese Technik unter der Rubrik "Wissenswertes" so erklären, dass auch ein
durchschnittlich begabter Sudoku-Löser sie mit all ihren Möglichkeiten verstehen kann."

Es geht mir nicht um einzelne Punkte, die ich gerne erklärt haben möchte, es geht mir darum,
dass jemand, der soviel von Lösungstechniken wie Du versteht, die "nice loops" hier in
diesem Forum einmal einem breiteren Publikum, also allen Freunden dieses Forums so erklärt,
einige wenige, die vielleicht die "nice loops" im Schlaf beherrschen, ausgenommen, dass
man wirklich versteht, wie "nice loops" gebildet werden, und welche Wirkung sie haben.
Dabei bitte nicht vergessen, dass nicht alle Freunde dieses Forums absolute Spezialisten
auf dem Sudoku-Gebiet sind. Das erscheint mir wichtig.

Mit freundlichem Gruß und nochmals vielen Dank,

Konrad (KODELA)
Dieser Post wurde am 27.01.2009 um 22:36 Uhr von KODELA editiert.

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008
28.01.2009, 10:16 Uhr
KODELA



Hallo surbier und alle, die sich für dieses Thema interessieren!

Damit man einmal sieht, wie unterschiedlich die Beschreibungen zu den "nice loops" sind,
soweit man überhaupt welche findet, will ich hier einmal auszugsweise das zitieren,
was Günter Meinel in seiner Hilfe-Datei dazu sagt, ich hoffe, er hat nichts dagegen:

Nice Loop

Ein Nice Loop setzt sich zusammen aus "strong links" und "weak links".
Die "strong links" können wahlweise auch als "weak links" verwendet werden.

Diese "links" werden nach folgenden Regeln aneinander gereiht bis sich die
Schleife schliesst:

1. zwei "strong links":
die Link-Kandidaten müssen verschieden sein.

2. zwei "weak links":
die Link-Kandidaten müssen verschieden sein und die
betreffende Zelle darf nur zwei Kandidaten enthalten.

3. eine "weak link" und eine "strong link":
die Link-Kandidaten müssen gleich sein.

Der letzte Link führt zurück zur Startzelle, verletzt aber die o.g. Regeln.
Das ist das Punkt: wenn in einem Nice Loop an einer Stelle die Regel auf
eine der nachfolgend beschrieben Arten verletzt wird, so führt das zu einer
Reduzierung:

1. zwei "strong links" mit gleichem Kandidaten:
dieser Kandidat kann eingesetzt werden.

2. zwei "weak links" mit gleichem Kandidaten:
dieser Kandidat kann gelöscht werden.

3. ein "strong link" und ein "weak link" (egal in welcher Reihenfolge)
mit unterschiedlichen Kandidaten:
der Kandidat des "weak link" kann gelöscht werden.
Das ist übrigens die häufigste Variante.

Die hier beschriebenen Loops nennt man "unterbrochene Schleife" (discontinuous loop).

Es kommt natürlich genauso vor, dass die Schleife geschlossen wird ohne Regelbruch.
Man nennt das dann "kontinuierliche Schleife" (continuous loop):

Auch hierbei können Reduktionen durchgeführt werden:
Der Link-Kandidat jedes "weak link" kann aus den Zellen der zugehörigen Gruppe
gelöscht werden, welche nicht der Kette angehören.

In Zellen mit zwei "strong links" können die restlichen Kandidaten gelöscht werden.

Daneben beschreibt Günter Meinel noch:

Complex Nice Loops

1. Nice Loop mit Zell-Gruppe

2. Nice Loop mit ALS

Meine Frage: Ist es überhaupt sinnvoll, mit diesen "nice loops" zu argumentieren,
wenn jeder sie anders definiert?

Oder wäre ist nicht vernünftiger, im jeweiligen Fall von AIC's oder ALS's zu sprechen?

Mit freundlichem Gruß,

Konrad (KODELA)

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009
29.01.2009, 17:46 Uhr
surbier



Hallo KODELA


Zitat:
ich hoffe, er hat nichts dagegen

Das hoffe ich auch.


Zitat:
Meine Frage: Ist es überhaupt sinnvoll, mit diesen "nice loops" zu argumentieren, wenn jeder sie anders definiert?
Oder wäre ist nicht vernünftiger, im jeweiligen Fall von AIC's oder ALS's zu sprechen?

Wie ich schon ganz oben sagte verstehe ich nice loop als einen Oberbegriff.

Wenn man nun die x-xcycles erweitert und KandidatenGruppen zulaesst,
genauso wie bei Farbzuweisung mit Gruppen von Kandidaten nennt man diese Methode grouped x-cycles, die drei nice loop Regeln gelten aber immer noch.
Wenn man x-cycles erweitert und wie beim 3D Medusa coloring Links zwischen den Kandidaten in ein und dem selben Feld herstellt, nennt man das eine alternating inference chain. Die nice loop Ausschlussregeln gelten auch hier weiter.
Wenn man beide Erweiterungen zulaesst (Gruppenbildung von Kandidaten und auch Kandidatenwechsel) nennt man das grouped AIC; die nice loop Regeln gelten auch hier wieder.
Wenn man zusaetlich Hidden Pairs oder sonstige almost locked sets als Kettenglieder zulaesst, nennt man das AIC mit ALS oder so aehnlich. Auch hier kommen die nice loop Ausschlussregeln wieder zum Zuge.

So verstehe ich unter nice loop mehr die Ausschlussregel und unter
x-cycles, AIC usw mehr die praktische Anwendung.

Gruss, surbier
Dieser Post wurde am 29.01.2009 um 17:49 Uhr von surbier editiert.

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010
29.01.2009, 18:57 Uhr
KODELA



Hallo surbier,

danke für Deine Antwort. Du sprichst darin mehrfach von den "drei nice loop Regeln".
Welche meinst Du? Bei Günter Meinel sind es drei Regeln. Die stimmen jedoch nicht mit
Deinem Beispiel überein. In Deinem Beispiel folgt auf jeden strong link ein weak link.
Dabei verwendest Du sogar zwei strong links als weak links.

Bei Günter Meinel werden in den drei Regeln zwei strong links verlangt, auf die zwei
weak links folgen, danach müssen ein strong und ein weak link folgen, bei denen die
Reihenfolge keine Rolle spielt. Daneben gelten noch einige Besonderheiten für die
Kandidaten.

Ich muss gestehen, dass auch ich die "nice loops" nur als Oberbegriff einer Reihe
verschiedener Ausschlusstechniken sehe, Du hast sie ja aufgezählt.

Dem steht allerdings der Einsatz von "nice loop" als selbstständige Ausschlusstechnik
entgegen. Und ich halte von Günter Meinel sehr viel. Aber hier verstehe ich ihn nicht
und das war letztendlich der Grund, warum ich versucht habe, auf meine Fragen hier
eine Antwort zu bekommen.

Ich habe früher schon mit Günter Meinel in dieser Sache kommuniziert und er hat sich viel
Mühe gemacht, mir die nice loops zu erklären, aber da steht er für mich über den Wolken.

Ich bedanke mich jedenfalls sehr herzlich bei Dir für Dein Bemühen und den versprochenen
Lorbeerkranz hast Du Dir sicher verdient.

Mit freundlichem Gruß,

Konrad (KODELA)
Dieser Post wurde am 29.01.2009 um 19:00 Uhr von KODELA editiert.

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011
30.01.2009, 21:16 Uhr
surbier




Zitat:
KODELA postete
Du sprichst darin mehrfach von den "drei nice loop Regeln".
Welche meinst Du?

Hallo KODELA,
Ich sehe. Ich habe das bisher vielleicht nicht so deutlich gesagt:

Regel 1 gilt fuer die Ketten mit gerader Knotenanzahl (continuous)

Regel 2 gilt fuer die Ketten mit ungerader Knotenanzahl (discontinuous),
wo an einer Stelle zwei starke Glieder aufeinandertreffen.

Regel 3 gilt fuer Ketten mit ungerader Knotenanzahl (discontinuous),
wo an einer Stelle zwei schwache Glieder aufeinandertreffen.

Ich habe deshalb meinen ersten post editiert und 'continuous' bei der Regel 1 eingefuegt. Im zweiten post sehe ich gerade, hatte ich rule 2 und rule 3 vertauscht -> auch korrigiert.
Ich habe bisher bewusst nur ueber die Ketten gesprochen, die bei einem einzigen Kandidaten bleiben, also den x-cycles; ich dachte sonst wird es zu verwirrend.

Uebrigens ist der Turbot Fisch, dessen Muster du mit der Gabeltechnik
erkennst, auch ein x-cycle mit 5 Knoten. Die beiden Gabelzinken sind
zwei starke Links und der Kandidat, der beide Gabelspitzen sieht hat zu jeder Gabelspitze einen schwachen Link und kann so mit nice loop Regel 3 ausgeschlossen werden. Der Gabelboden (muss nur ein schwacher Link sein) schliesst den Kreis.


Gruss surbier.
Dieser Post wurde am 30.01.2009 um 21:53 Uhr von surbier editiert.

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012
02.02.2009, 13:50 Uhr
KODELA



Hallo surbier,

danke für Deine Antwort.

Im letzten Satz sprichst Du von der SM-Gabel und meinst, im Gabelboden, die Gabelbasis
ist damit gemeint, müsse nur eine schwacher Link sein.

Das ist natürlich richtig. Lediglich zur Klarstellung, es muss nicht ein schwacher Link sein,
es kann auch ein schwacher Link sein. Aber so war das von Dir mit Sicherheit auch gemeint.
Dies hier nur für andere, die mit der SM-Gabel weniger vertraut sind.

Zu all Deiner Mühe, die Du Dir gemacht hast, nochmals meinen herzlichen Dank.

Übrigens hat sich bei SudoGu einiges verändert. Man kann jetzt auch eine Aufgabe aus der
Zwischenablage mit Strg+V einfügen und man muss vor allem nicht mehr eine kleine Ewigkeit
warten, bis SudoGu die Aufgabe bewertet hat. Allerdings ist diese Version noch nicht im Internet.
Aber wenn Du die Mail-Adresse des Autors hast, wird er sie Dir bestimmt gerne zuschicken.

Mit freundlichem Gruß,

Konrad (KODELA)
Dieser Post wurde am 02.02.2009 um 13:51 Uhr von KODELA editiert.

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